Drei Namen tragen einen Großteil dieser Geschichte: Paul Wanner, Nicolas Seiwald und David Affengruber. Sie verkörpern drei unterschiedliche Profile — das junge Talent in voller Blüte, den verlässlichen Sechser und den Innenverteidiger, der den entscheidenden Sprung geschafft hat — und erzählen, gelesen durch unsere Bewertungsmodelle, drei ebenso unterschiedliche finanzielle Geschichten.
Bei SoccerSolver arbeiten wir für jeden Spieler mit drei Referenzwerten: dem aktuellen Marktwert, der Prognose unseres Modells für ein, zwei und drei Jahre sowie dem Fairen Preis, dem „fairen" Wert, der durch Extrapolation des Trends der jüngsten Bewertungen und dessen Dämpfung nach Alter ermittelt wird. Die interessanteste Erkenntnis ergibt sich, wenn diese drei Werte auseinanderlaufen.
Was ist der Faire Preis?
Der maximale potenzielle Wert des Spielers unter optimalen Bedingungen, unabhängig von seinem aktuellen Verein oder seiner Liga. Er dient als oberer Referenzwert.
Paul Wanner (PSV Eindhoven): die Wette auf die Zukunft
Mit 20 Jahren ist Wanner der Jüngste der drei und derjenige mit dem größten Aufwärtspotenzial vor sich. Sein aktueller Marktwert liegt bei 22 Millionen Euro, eine Zahl, die im Rahmen eines nahezu ununterbrochenen Wachstumspfads Sinn ergibt: Er stieg von 3 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 22 Millionen Euro im Frühjahr 2026 und reihte dabei Entwicklungsstationen bei Elversberg, Heidenheim und nun PSV Eindhoven aneinander.
Er ist der Einzige der drei, für den unser Modell ein anhaltendes Wachstum prognostiziert: Die Prognose steigt auf 26.2 Millionen Euro nach einem Jahr, 28.6 Millionen Euro nach zwei und 30.1 Millionen Euro nach drei Jahren. Der Faire Preis fällt noch optimistischer aus — 42.5 / 61.2 / 79.9 Millionen Euro —, weil die Extrapolation seines Aufwärtstrends in Kombination mit seiner Jugend die theoretische Obergrenze deutlich nach oben treibt. Diese große Lücke zwischen der vorsichtigen Modellprognose und dem Fairen Preis ist genau das Kennzeichen eines Vermögenswerts mit hohem Potenzial und hohem Risiko: Der Markt hat sich seinen reifen Wert noch nicht endgültig gebildet.
Seine Risikokennzahlen rechtfertigen diese Vorsicht. Zum Berechnungszeitpunkt zeigte er bei den jüngsten Renditen ein „flaches" Profil und einen niedrigen Wertstabilitätsindex (1.27), bei einer jährlichen Volatilität von nahe 38%. Anders gesagt: viel Spielraum zur Wertsteigerung, aber auch die für einen Spieler typische Schwankungsbreite, der seine Obergrenze noch definiert. Für Österreich ist er der offensive Joker, dessen Auftritt gegen Spanien seine Bewertung in die eine oder andere Richtung bewegen könnte.
Nicolas Seiwald (RB Leipzig): Verlässlichkeit statt Spektakel
Wenn Wanner für Volatilität steht, dann Seiwald für Ruhe. Der 25-jährige Sechser von RB Leipzig kommt auf einen Marktwert von 25 Millionen Euro und vor allem auf das stabilste Profil der drei: Sein Wertstabilitätsindex (3.23) ist der höchste der Gruppe, bei einer jährlichen Volatilität von nur 17% und einem auf 20% begrenzten maximalen Drawdown. Seine Bewertung hat sich in den letzten Jahren kaum verändert und bewegte sich sanft zwischen 16 und 25 Millionen Euro.
Hier weisen die beiden Indikatoren in entgegengesetzte Richtungen, und genau das macht ihn interessant. Die Modellprognose fällt leicht rückläufig aus — 26.1 Millionen Euro nach einem Jahr, 24.0 Millionen Euro nach zwei und 21.0 Millionen Euro nach drei Jahren —, bestraft durch Alter und Position. Der Faire Preis hingegen steigt geordnet auf 41.4 / 49.4 / 57.5 Millionen Euro, da sein historischer Trend positiv bleibt. Es ist der typische Kontrast eines etablierten Fußballers: Das Modell sieht wenig Raum für explosives Wachstum, während seine stetige Entwicklung nahelegt, dass der Markt weiterhin Wert anerkennen könnte.
Sein positiver historischer CAGR (+3.6%) und eine bescheidene, aber stabile Sharpe Ratio zeichnen genau das Bild, das er verkörpert: einen risikoarmen, schockfreien Vermögenswert, von dem ein Verein eher Beständigkeit als Wertsteigerung erwartet. Gegen Spanien wird er das Gleichgewicht im österreichischen Mittelfeld sein.
David Affengruber (Elche CF): der Sprung, der seine Kurve veränderte
Von den dreien bietet Affengruber in unseren Daten das beste Verhältnis von Risiko und Rendite. Der 25-jährige Innenverteidiger ist inzwischen 20 Millionen Euro wert, nach einem bemerkenswerten Anstieg: von 2.5 Millionen Euro bei Sturm Graz auf heute 20 Millionen Euro bei Elche, mit einer beschleunigten Schlussphase.
Diese Beschleunigung erklärt einige herausragende Kennzahlen zu seinem Berechnungszeitpunkt: einen historischen CAGR von +87.5%, eine Gesamtrendite von +125%, eine Sharpe Ratio von 2.42 und, am bemerkenswertesten, einen maximalen Drawdown von 0% — sein Wert war nie zurückgegangen. Das sind die Zahlen eines Vermögenswerts auf seinem Höhepunkt.
Eine genaue Einordnung ist dabei angebracht. Diese Kennzahlen wurden berechnet, als er noch 9 Millionen Euro wert war, vor seinem jüngsten Sprung auf 20 Millionen Euro, sodass Indikatoren wie das „Aufwärtspotenzial" nach unten hin veraltet sind. Das aktuellste Bild liefern die Prognose — 22.8 Millionen Euro nach einem Jahr, 20.6 Millionen Euro nach zwei und 18.9 Millionen Euro nach drei Jahren — und der Faire Preis — 41.3 / 52.8 / 64.3 Millionen Euro. Das Modell ist vorsichtig und sieht wenig zusätzliches Wachstum, während der Faire Preis, seiner Entwicklung treu, seinen Marktwert bequem verdoppelt. Für Österreich ist er die defensive Stabilität, die sich am spanischen Angriff messen lassen muss.
Fazit
Drei Spieler, drei Kurven. Wanner ist das Talent, dessen Wert noch keine definierte Obergrenze hat; Seiwald die Verlässlichkeit, die der Markt nur langsam einpreist; Affengruber die jüngste Konsolidierung, die seine Renditekennzahlen angetrieben hat. In allen drei Fällen liegt der Faire Preis sowohl über dem Marktwert als auch über der Modellprognose, ein Zeichen dafür, dass ihr historischer Trend weiterhin positiv bleibt. Und in allen drei Fällen ist der Abstand zwischen diesem optimistischen Fairen Preis und der konservativeren Modellprognose das beste Thermometer für das Risiko: eng bei Seiwald und Affengruber, weit bei Wanner.
Das Spiel gegen Spanien am Donnerstag wird diese Bewertungen für sich genommen nicht verändern, aber es ist genau die Art von Bühne, die Märkte bewegt. Ein starker Auftritt bei der Weltmeisterschaft ist historisch gesehen einer der verlässlichsten Katalysatoren für Wertsteigerung. Wir werden die Zahlen nach dem Schlusspfiff im Blick behalten.






